September 28th, 2009
fforw
Die Entscheidung meiner Landsleute bei der Bundesstagswahl 2009 finde ich sehr enttäuschend. Wie kann man nur eine Partei wählen, deren liberale Wirtschaftspolitik uns in diese Krise getrieben hat. Natürlich haben sich sowohl Guido Westerwelle, wie auch Angela Merkel publikumswirksam kritisch gegenüber den groteskesten Auswüchsen dieser Politik geäussert (die daher rühren, das ihre Glaubensbrüder von der Kirche der unsichtbaren Hand auf der anderen Seite des Atlantik und des Ärmelskanals noch unsozialer und gewissenloser sind), aber ansonsten haben sie diese desaströse Wirtschaftspolitik mit Wort und Tat unterstützt und uns dort hin getrieben, wo wir uns, auch wenn das viele ignorieren möchten, immer noch unverändert befinden. Scheiss auf die Armen, die Zukunft unseres Planeten — wir brauchen MEHR.
The decision of my people in the federal election 2009 deeply disappoints me. How can anyone vote a party whose liberal economic policies drove us into the crisis? Both Guido Westerwelle and Angela Merkel have of course populistically criticized the most grotesque proliferations of this policies (which result from the fact that the believers from the church of the invisible hand across the Atlantic and the channel are even less social and unscrupulous), but have advocated this disastrous economic policies with word and deed and drove us where we still are, even if many want to ignore this. Fuck the poor, the future of our planet — we need MOAR.
September 10th, 2009
fforw
Das heutige
Interview unserer Bundesjustizministerin auf taz.de stößt mir mal wieder übel auf. Frau Zypries scheint mir bei weitem nicht so ignorant und informationsresistent wie Frau von der Leyen, aber im Grunde läuft es auf dasselbe hinaus. Technisch nicht haltbare Argumente werden mit faktisch falschen Behauptungen gemischt und heraus kommen Gesetze, die nur deshalb von den Menschen in unserem Lande akzeptiert werden, weil sie einen ähnlichen Erfahrungshorizont haben und außerdem schlicht nicht begreifen, welche Grundrechte ihnen verloren gehen.
Ein paar Anmerkungen:
[...] nichts tun gegen kinderpornografische Inhalte im Netz ist nun wirklich keine Option.
Warum bitte? Nicht handeln ist einem Handeln, das aus rein technischen Gründen sein Ziel schon nicht erreichen kann, bei weitem vorzuziehen — vor allem, wenn es in die Grundrechte der Menschen eingreift. Fakt ist: es gibt keinen kommerziellen Handel mit Kinderpornographie im Internet, das macht rein logisch schon keinen Sinn. Der Kinderpornograph hat kein Interesse daran sein kriminelles und gesellschaftlich extrem geächtetes Handeln öffentlich zu machen. Er hat keinen Weg von seinen potentiellen Kunden Geld zu erlangen, ohne dass sich diese wiederum der Strafverfolgung aussetzen. Die Kinder-Pornos, die im Internet kursieren, sind größtenteils Jahre alt und werden immer weiter kopiert. Mir persönlich ist bisher im Internet kein solches Material untergekommen und das obwohl ich beruflich vom Internet lebe und auch privat soviel online bin, dass dies nur noch durch Online-Schlafen und Träumen wesentlich zu erhöhen wäre, ich verlasse mich da auf das Urteil von Experten, die obwohl von Politikern ignoriert, doch noch ein Medium gefunden haben mit dem sie meine Wenigkeit erreichen.
Nun kann man natürlich sagen, das jedes missbrauchte Kind zu viel ist und deshalb dieses absolute Handlungsgebot existiert. Dann sollte man allerdings so konsequent sein ein Handeln zu wählen, dass eben nicht totaler technischer Unsinn ist. Man müsste etwas tun, um Kinderpornographie und vor allem, was noch wesentlich wichtiger wäre, den eigentlichen Kindesmissbrauch zu verhindern. Da bekanntermaßen die große Mehrheit von Kindern in ihrem Umfeld von Verwandten oder Bekannten missbraucht werden, müsste man vielleicht hier ansetzen und großflächig Überwachungskameras einsetzen, die jede Familienwohnung, Kindergärten und Schulen überwachen. Das ist natürlich ein absurder Vorschlag, den niemand im Ernst machen würde, vor allem weil es sich hier um Grundrechtseinschränkungen und Gesetzesbrüche handeln würde, deren Tragweite jeder Bürger sofort versteht.
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September 9th, 2009
fforw
Wenn hier in Deutschland ein 19-Jähriger gerne digitales Räuber-und-Gendarm (aka Counter-Strike) spielt, so wird das von unserer Regierung gerne als Killerspiel verurteilt, das auf keinen Fall mit der ach-so-wichtigen Menschenwürde vereinbar ist. Wenn er dann allerdings mit der Bundeswehr nach Afghanistan zieht, um dort Tanklastzüge zu bombardieren, dann ist das ganze nicht nur kein Krieg sondern Dienst an der freiheitlichen Grundordnung an sich und ein wichtiger Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus. Mich kotzt diese Heuchelei sowas von an. Irgendwie hat mir immer noch niemand hinreichend erklären können, was wir da unten in Afghanistan eigentlich wollen — abgesehen von der offensichtlichen Motivation den Amerikanern in den Arsch zu kriechen. Wir sind also mit der UN dort einmarschiert um den Taliban mal so richtig die demokratische Grundordnung einzuprügeln, aber das wollten wir dann doch nicht konsequent durchziehen. Jetzt sind wir also dort um eine Regierung, unter der immer noch Frauen wegen Ehebruch zu Tode gesteinigt werden, mit dem Leben unserer Soldaten zu verteidigen — nur weil die Gegner noch menschenverachtender sind. Versteh’ ich immer noch nicht.
When a 19 year old likes to play digital cops and robbers (aka Counter-strike) here in Germany, our goverment is quick to renounce this as “killer game” that is totally not consistent with the human dignity our basic law holds so high. If he goes to Afghanistan with our military (“die Bundeswehr”) to bomb fuel trucks, it’s not only no war, he serves our democracy and an important mission in the war against terror. This hypocrisy totally makes me sick. Somehow no one could yet explain to me what we’re actually doing down there — apart from the obvious motivations to brown-nose the Americans. So we marched in with the UN to beat our democratic values into the taliban, but in the end we did not really want to go through with it. So now we’re defending a government, under which women still are stoned to death for adultery, with the lives of our soldiers — just because the enemy happens to be even more inhumane. I still don’t get it.
September 7th, 2009
fforw
Laut einer,
auf Spiegel.de zitierten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, wären zwei Drittel der Hartz-IV Empfänger nicht bereit für einen Arbeitsplatz den Wohnort zu wechseln.
Angesichts des heute in vielen Branchen üblichen Musters maximaler Ausnutzung befristeter Arbeitsverträge mit anschließender Kündigung kann ich dies auch voll nachvollziehen. Ist es denn wirklich einem Hartz-IV Empfänger zuzumuten, sich alle zwei Jahre einen neuen Wohnort und soziales Umfeld zu suchen? (So gesehen wäre der Vorschlag von Frau Merkel, die Maximalzeitraum von 2 auf 3 Jahre zu erhöhen ja fast schon gnädig ). Gerade als Hartz-IV Empfänger sind die Familie und die wenigen Freunde, die Einem auch ohne Geld die Treue halten, extrem wichtig und häufig das letzte, was man noch hat.
Ich selbst bin vor einem Jahr nach Dortmund gezogen, weil ich nicht mehr aus dem Sauerland pendeln wollte — ich habe mir für diesen Schritt aber auch zwei Jahre Zeit gelassen. Für einen dieser Ketten-Probevertragsjobs hätte ich das sicher nicht getan. Aber glücklicherweise befinde ich mich persönlich zur Zeit noch auf der guten Seite der immer weiter auseinander driftenden deutschen Arbeitswelt.
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September 4th, 2009
fforw
Habe gerade mit gekriegt, dass es den neuen Wahl-o-mat für die kommende Bundestagswahl gibt und diesen auch sofort ausprobiert. Das Ergebnis ist wenig überraschend für mich:
Just found out that the new Wahl-o-mat for the upcoming federal elections in Germany. The Wahl-o-mat asks you a couple of questions and tells you how similar your political views are compared to a number of political parties. The result was not really a surprise for me:

Interessant finde ich, dass ich noch höhere Übereinstimmungen mit der Linken als mit den Piraten habe. Im Prinzip fände ich glaube ich eine linke Wahlalternative interessant, aber “DIE LINKE” ist das eher nicht. Ich traue denen nicht.
Interesting is the even higher match with “the Left” party than with the pirate party. Principially I would not mind a left alternative in the elections, but “THE LEFT” isn’t going to be it. I don’t trust them.